Spektakuläre Ghostwriter-Fälle

Dies sind einige der spektakulärsten Fälle des 20. und 21. Jahrhunderts, bei denen das Ghostwriting nicht ganz nach Plan lief:

Konrad Kujau – Die Hitler-Tagebücher

Am 25. April 1983 verkündete das deutsche Wochenmagazin Stern, es sei im Besitz der geheimen Tagebücher Adolf Hitlers. Nur drei Tage später erschien die allererste Ausgabe mit den ersten vermeintlichen Auszügen daraus. Kaum eine Woche später wurde bekannt, dass es sich zweifelsfrei um Fälschungen handelte. Konrad Kujau stellte sich als Hitlers unfreiwilliger posthumer Ghostwriter heraus. Das erste Exemplar von insgesamt 62 Bänden fertigte er bereits im Jahr 1975 an. Es wurden 9,8 Millionen D-Mark dafür gezahlt. Aufgeflogen war der Coup aufgrund von ein paar materialtechnischen sowie stilistischen Fehlern. Kujau hatte beispielsweise Papier verwendet, dessen Zusammensetzung unmöglich von der Zeit vor 1950 stammen konnte.

Karl-Theodor zu Guttenberg – Doktortitel

Der Eklat des ehemaligen deutschen Verteidigungsministers war seinerzeit in aller Munde. Im Jahr 2011 wurde ihm der Doktortitel im Bereich der Rechtswissenschaften entzogen. Man warf ihm vor, er habe große Teile seiner Doktorarbeit plagiiert, und konnte unter anderem eindeutig nachweisen, dass unzählige Quellenangaben fehlten. Guttenberg hatte nach eigenen Angaben mehrere Jahre an seiner Dissertation gearbeitet. 2007 wurde ihm dann vorläufig der Doktortitel verliehen. Noch vor der endgültigen Klärung legte man nahe, er solle zurücktreten. Der SPD-Politiker Opperman äußerte seinerzeit die Vermutung, Guttenberg habe einen Ghostwriter aus der Verwaltung des Bundestages genutzt. Nachdem es mit dem Doktortitel der Rechtswissenschaften nicht geklappt hat, wurde es 2020 bekannt, dass er erneut promoviert hat und sich nun Doktor der Philosophie nennen darf – diesmal an der britischen Universität Southampton.

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